Johannes Trepte wird neuer evangelischer Pfarrer in Bieberstein-Dipperz

Gastbeitrag von Claudia Pfannemüller

Johannes Trepte tritt die Nachfolge von Maximilian Weber-Weigelt an, der die Gemeinde im Februar nach siebenjährigem Wirken in Richtung Baden-Württemberg verließ.

Trepte ist im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Südthüringen aufgewachsen. Nach dem Abitur schlug er zunächst eine technische Richtung ein und begann ein Maschinenbaustudium.

Doch dieser Ausflug in die Ingenieurwissenschaften war nur von kurzer Dauer: Johannes Trepte fühlte sich von Gott auf einen anderen Weg geführt – den der Theologie. Sein Studium absolvierte er zunächst in Jena und schloss es schließlich erfolgreich in Leipzig ab.

In seiner Predigt verknüpfte Trepte seine eigenen Zukunftsfragen bei seiner Ordination in Homberg (Efze) mit den aktuellen Herausforderungen der Gemeinde.

Seine Botschaft an die Menschen in Bieberstein-Dipperz: „Entscheidend ist, dass Gott auf dem Weg, auf den wir uns begeben, mitgehen und wirken wird.“

Gerade in Zeiten des Wandels rief er dazu auf, den Blick auf Gott zu richten: „Christus verspricht auch uns: Ich lebe – und ihr sollt auch leben. Ihr geht nicht allein.“

Eine Kirche, die bewegt

Wie diese Verheißung ganz praktisch aussehen kann, hat der 31-Jährige bereits in seinem Vikariat im Kirchenkreis Fulda bewiesen.

Ob bei einem Seelsorgepraktikum am Klinikum Fulda oder bei Projekten wie einem Salsa-Abend in der Christuskirche – der junge Theologe steht für unkonventionelle Ideen gepaart mit einem tiefen Glauben: „Mir geht das Herz auf, wenn ich merke, hier ist Gott mit dabei“, beschreibt er seine Motivation.

Dabei beschäftigen ihn auch die Veränderungsprozesse seiner Kirche: „Wie können wir als Kirche von morgen gemeinsam unterwegs sein?“

In seiner neuen Gemeinde freut er sich dabei auf ein starkes Fundament aus offenen, engagierten Ehrenamtlichen und vielen jungen Familien. Dass er Kirche auch ökumenisch denkt, bewies Trepte bereits auf dem Hessentag.

Der junge Theologe wirkte dort nicht nur am Eröffnungsgottesdienst mit, sondern gab der Kirche auch im digitalen Raum eine Stimme.

Als Teil des kirchenübergreifenden Social-Media-Teams sorgte er im Netz dafür, dass die ökumenische Botschaft „Im Herzen eins“ die Menschen erreichte.

Ab September vor Ort

Die Perspektive der eigenen Gemeinde brachte Uwe Bergmann vom Kirchenvorstand zum Ausdruck. Er hieß den neuen Pfarrer im Namen der Gemeinde herzlich willkommen.

Ein persönliches Bild zeichnete Dekan Dr. Thorsten Waap, der Trepte bereits aus einer Praktikumszeit in Heringen gut kennt. Er beschrieb den neuen Pfarrer als einen Menschen, der seine Aufgaben mit hohem Anspruch und Perfektionismus, dabei aber auch mit großer Demut angehe.

Waap betonte, wie sehr er sich darauf freue, die kirchliche Arbeit in der Region nun gemeinsam mit ihm zu gestalten. Pfarrerin Natascha Weigelt überbrachte die Grüße der Kolleginnen und Kollegen des Kooperationsraums Rhön.

In ihrer Ansprache wies sie auf einen erfreulichen Umstand hin: Mit einer Dauer von gerade einmal vier Monaten sei die Vakanzzeit in der Kirchengemeinde Bieberstein-Dipperz außergewöhnlich kurz gewesen.

Nach dem Gottesdienst hieß Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler den neuen Seelsorger im Namen der Kommune offiziell willkommen.

Als Zeichen der Verbundenheit und als Starthilfe für das Einleben vor Ort überreichte er Pfarrer Trepte neben umfangreichem Informationsmaterial einen Dipperz-Gutschein. In seinem Grußwort hob der Bürgermeister die Bedeutung einer engen Partnerschaft hervor: „Kirche und Kommune wollen, dass Gemeinschaft gelingt.“

Auch von katholischer Seite wird Pfarrer Trepte mit offenen Armen empfangen. Sein katholischer Amtskollege Piotr Kownacki zeigte sich hocherfreut über das bisherige Miteinander.

Auch privat schlägt das Ehepaar Trepte nun fest im Landkreis Fulda Wurzeln. Noch pendelt Johannes Trepte aus der Barockstadt in seine neue Gemeinde, doch schon im September zieht er gemeinsam mit seiner Frau Livia nach Dipperz.

Wenn der neue Seelsorger mal nicht im Dienst ist, tankt er beim Bouldern oder bei einer guten Tasse Kaffee Kraft für die anstehenden Aufgaben in seiner neuen Gemeinde.